Die Anwendung der Akupunktur
Die Akupunktur ist eine der ältesten Heilmethoden der Menschheit überhaupt. Sie entstammt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und geht davon aus, dass durch den Körper sogenannte Meridiane verlaufen. Das sind Leitbahnen, die das Chi im Organismus verteilen, die Lebensenergie des Menschen. Eine Krankheit entsteht nach der alten chinesischen Philosophie und Heilkunde immer dann, wenn der Fluss des Chi gestört ist, beispielsweise durch ein Ungleichgewicht von Yin und Yang im Körper. Dagegen wird mit Nadeln auf die genau festgelegten Akupunkturpunkte eingewirkt um das Chi wieder ungehindert zum fließen bringen zu können. Da beim Einstechen einer Nadel in einen Akupunkturpunkt der gesamte Meridian angeregt wird, können auch Organe oder Körperteile beeinflusst werden, die fernab vom eigentlichen Behandlungsgebiet liegen.
Die Akupunktur wurde als eine der ganz wenigen alternativen Heilmethoden in wissenschaftlichen Studien in ihrer Wirksamkeit bestätigt. Anerkannt wurde die Wirkung allerdings nur bei einigen wenigen Krankheiten. Für die bestätigten Anwendungen wird sie allerdings sogar von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Zu den wissenschaftlich bewiesenen Anwendungsgebieten gehören beispielsweise die Migräne, die Kniegelenksarthrose und bestimmte Arten von Rückenbeschwerden.
Heute gilt als erwiesen, dass die Wirksamkeit der Akupunktur auf eine vermehrte Ausschüttung bestimmter Botenstoffe im Gehirn zurückzuführen ist. Der stimulierende Reiz der Nadeln regt das Gehirn an beispielsweise Serotonin, Endorphin oder Enkephalin zu produzieren, Stoffe, die schmerzlindernd oder stimmungsaufhellend wirken. Die erhöhte Aktivität im Hirnstoffwechsel kann mittels Kernspintomografie sichtbar gemacht werden. Dabei wurde festgestellt, dass genau die Hirnareale, die mit einem bestimmten Akupunkturpunkt in Verbindung gebracht werden, eine vermehrte Aktivität zeigten, wenn dort eine Nadel eingebracht wurde.