Anämie – Blut Krankheiten

Sagt jemand von sich, dass er unter Anämie leidet, wird darunter oft verstanden, dass er zu wenig Blut hat. Das ist allerdings nicht richtig. Denn die Blutmenge hat mit der Anämie nichts zu tun. Ausschlaggebend ist die Zusammensetzung des Blutes.

Die Ursachen für eine Anämie können erblich bedingt sein, jedoch auch durch Krankheit oder langjährige Fehlernährung hervorgerufen werden. Außerdem kann eine Anämie entstehen, wenn viel Blut verloren gegangen ist, und die Speicher nicht ausreichend wieder aufgefüllt werden können.

Äußere Anzeichen für eine Anämie sind meistens eine sehr blasse Haut. Davon sind auch die Schleimhäute betroffen. Menschen mit Anämie fühlen sich müde, schwach und schnell erschöpft. Sie leiden unter Schwindel und Schweißausbrüchen, zuweilen auch unter Atemnot und Herzrhythmusstörungen. Oft entwickelt sich eine Anämie schleichend, sodass die ersten Anzeichen von Betroffenen nicht ernst genommen werden. Unbehandelt kann die Anämie allerdings auch zum lebensgefährlichen Schock führen.

Was fehlt denn jetzt eigentlich bei einer Anämie? Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Sie kann ausgelöst werden durch eine Blutbildungsstörung im Knochenmark. Ebenso kann aber auch der verringerte Anteil der Erythrozyten die Ursache sein. Sie sind für den Sauerstofftransport im Blut zuständig. Ist ihr Anteil zu gering, werden Organe nicht ausreichend versorgt. Das führt zu Schwäche, Müdigkeit und einem Gefühl ständiger Erschöpfung. Außerdem fehlt es zusätzlich am Hämoglobin, das für die rote Farbe des Blutes und den Transport von Eisen verantwortlich ist. Daher auch die Blässe betroffener Patienten.

Bei Verdacht auf Anämie, veranlasst der Arzt im Labor eine Blutanalyse, aus der hervorgeht, welche Anteile im Blut fehlen oder im ungünstigen Verhältnis zum Gesamtblut stehen. Je nach Reife der Erythrozyten kann schon die Ursache eingegrenzt werden. Der Körper versucht, eine Anämie selbst auszugleichen, indem das Knochenmark vermehrt unreife Zellen ins Blut abgibt. Im Labortest sind diese Zellen ein wichtiges Indiz dafür, dass eine Infektion im Körper vorliegt. Auch beim Vorhandensein eines Tumors finden sich diese unreifen Erythrozyten in großen Mengen im Blut. Die Ursache kann allerdings auch eher harmlos sein. Bei Frauen, deren Monatsblutung besonders stark ist, stellt sie sich ein, weil zwischen den Zyklen nicht genügend Zeit ist, das Blut wieder anzureichern. Es entsteht der sogenannte Eisenmangel, den man mit entsprechenden Medikamenten ausgleichen kann.