Blutuntersuchungen

Nicht immer lassen sich Krankheiten allein durch äußerliche Inspektion vom Arzt erkennen. Bei einigen Symptomen wird sicherheitshalber eine Blutuntersuchung vorgenommen. Um das Blut überhaupt untersuchen zu können, wird es für gewöhnlich mit einer Injektionsnadel direkt aus der Vene entnommen. Würde man es jetzt so ins Labor bringen, wäre eine aussagekräftige Untersuchung der einzelnen Bestandteile des Blutes nicht mehr möglich. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Blut, das aus dem Körper austritt, würde dank der Gerinnungsfaktoren sofort gerinnen und verklumpen. Damit das nicht passiert wird das abgenommene Blut mit einem Gerinnungshemmer verdünnt. Dadurch kann das Blut nicht mehr verklumpen und die einzelnen Zellen und Stoffe im Blutplasma trennen sich voneinander. Lässt man so ein Röhrchen mit Blut vor der Untersuchung eine Weile ruhig stehen, kann man beobachten, dass sie das leichte helle Blutplasma im oberen Teil des Röhrchens absetzt. Die schweren Teile wir Zellen und Mineralstoffe sinken auf den Boden.

Die Prozedur des Blutabnehmens ist bei den meisten Menschen nicht gerade beliebt. Schwangere Frauen können davon ein Lied singen. Denn bei ihnen wird im Laufe der Schwangerschaft jeden Monat einmal das Blut untersucht. Grund dafür ist, dass sich die Zusammensetzung des Blutes während der Schwangerschaft ändern kann, vor allem in den letzten Monaten, wenn das heranwachsende Kind mit immer mehr lebenswichtige Stoffe aus dem Blut der Mutter versorgt wird. Normalerweise, das heißt, bei gesunder und vollwertiger Ernährung, entstehen keinerlei Probleme dadurch. Dennoch sinkt bei vielen Frauen im Laufe der Zeit der Eisengehalt im Blut, sodass es notwendig ist, dem Körper zusätzliches Eisen zuzuführen. Da ein Mangel ebenso schädlich sein kann wie ein Zuviel, wird das Blut der werdenden Mutter regelmäßig auf die wichtigsten Werte hin untersucht. Stellt sich dabei heraus, dass diese nicht den Erwartungen entsprechen, kann der Arzt gezielt Medikamente verschreiben, die das Gleichgewicht einzelner Zellen wieder herstellen. Weiter wird das Blut untersucht auf seinen Sauerstoff- und Eiweißgehalt. Die Sättigung des Blutes mit ausreichend Sauerstoff ist entscheidend für die gesunde Entwicklung des Babys. Auch der Eiweißanteil und Fette dürfen nicht zu hoch sein. Nicht zuletzt gibt es bei diesen Untersuchungen auch jemals einen Picks in den Finger oder das Ohrläppchen. Aus dem gewonnen Blutstropfen lassen sich vor Ort sofort weitere wichtige Werte auslesen.