Das Blutbild des Menschen

Wir wissen, dass man an den Laborwerten im Blutbild erkennen kann, welche Blutgruppe ein Mensch hat, ob eine Entzündung im Körper vorliegt oder ob sich Antikörper als Antwort auf bestimmte Viren und Bakterien dort tummeln. Möglich ist das, weil man die Zusammensetzung des Blutes kennt. Blut ist nicht einfach der rote Lebenssaft, der immer gleich durch die Adern und Venen fließt, sondern eine sehr spezielle Flüssigkeit, die sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt. Für bestimmte Werte im Blut gibt es Toleranzgrenzen, innerhalb derer die verschiedenen Anteile bei einem gesunden Menschen zueinander stehen sollen. Ist dies nicht der Fall, und schwanken einzelne Messungen im Blut zu sehr von den durchschnittlichen Laborwerten des Blutes ab, kann man davon ausgehen, dass eine Störung vorliegt.

Die Laborwerte unterscheiden grob zwei Blutbilder. Das kleine Blutbild und das große bzw. Differenzialblutbild. Das kleine Blutbild wird herangezogen, wenn ein Anfangsverdacht auf eine Störung im Körper vorliegt. Das Blut wird in dem Fall auf die entsprechenden Werte getestet. Das große Blutbild hingegen umfasst wesentlich mehr Kriterien, sodass ein Vergleich über die verschiedenen Anteile des Blutes einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Funktionen und Organe des Körpers geben kann.

Das Labor wertet z.B. bei einem kleinen Blutbild die Anzahl der Leukozyten aus. Sie zeigen an, ob das Immunsystem sich gerade mit einer Entzündung oder mit einer Infektion durch Viren auseinandersetzt. Weiter werde die Erythrozyten gezählt und ihr Reifegrad überprüft. U. a. kann ihr Wert Aufschluss geben über den Eisengehalt im Blut. Der Laborwert des Hämoglobins zeigt an, ob der Sauerstofftransport einwandfrei funktioniert, und gibt gemeinsam mit dem Hämatokrit Aufschluss über den Anteil der roten Blutkörperchen. Weiter werden die Thrombozyten gezählt, die dafür sorgen, dass Wunden sich schnell wieder schließen, sie sind also mitverantwortlich für die Blutgerinnng.

Das große Blutbild gibt zusätzliche Laborwerte an. So werden gezielt Hormone der Drüsen, Leber- und Gallewerte, Fettanteile, Eiweißanteile und diverse weitere Faktoren ausgezählt und gemessen. Sämtliche Laborwerte miteinander verglichen, zeigen auf, ob das Zusammenspiel der Organe und Hormone funktioniert. Je nachdem, in welchem Verhältnis die Werte zueinander stehen, geben sie dem Arzt wichtige Hinweise zu eventuell vorliegenden Krankheiten, am Herz, an den Verdauungsorganen, an Bauspeicheldrüse, Leber, Nieren, Lungen etc. oder auch dem Zustand der Knochen.