Blutkreislauf

Wir sprechen von Kreislaufstörungen, den Kreislauf in Schwung bringen, Kreislauferkrankungen und manch einer kennt ein Hausmittelchen, um den Kreislauf auf Trab zu halten.

Aber wie funktioniert denn dieser Kreislauf eigentlich genau? Die Bezeichnung Blutkreislauf suggeriert, dass das Blut immer im Kreis läuft. Doch so ganz richtig ist das nicht. Es handelt sich dabei um ein ausgeklügeltes aber effektives Kreislaufsystem. Genaugenommen haben wir einen kleinen und einen großen Kreislauf sowie einen weiteren Pfortaderkreislauf, der dem großen Kreislauf angeschlossen ist.

Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal des großen und des kleinen Kreislaufs sind die Aufgaben, die das Blut übernimmt.
Der kleine Blutkreislauf ist der Lungenkreislauf. Dort leiten die Arterien das verbrauchte und sauerstoffarme Blut an die Lungenbläschen, sodass es sich wieder mit Sauerstoff anreichern kann und anschließend durch die Venen weitertransportiert wird zum Herzen.

Ganz genau umgekehrt ist es beim großen Blutkreislauf. Hier führen die Arterien das in der Lunge mit Sauerstoff angereicherte Blut zum Herzen und von da aus bis in die kleinsten Zellen und Kapillaren des Körpers. Parallel zu den Arterien laufen die Venen. Sie nehmen das sauerstoffarme Blut wieder auf und transportieren es zurück in den Lungenkreislauf, wo es erneut mit Sauerstoff angereichert wird.

Im Zuge seiner Wanderung durch den Körper nimmt das Blut auch Abfallprodukte über die Darmwände auf. Deshalb wird es im angeschlossenen Pfortaderkreislauf zur Reinigung und Entgiftung noch einmal durch die Leber geführt.

Wie gut dieser Kreislauf funktioniert, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel wie leistungsfähig das Herz ist, ob die Lungenfunktion in Ordnung ist, ob Arterien frei sind oder ob die Venenpumpe intakt ist. Die bekannteste und einfachste Kontrolle ist die Blutdruckmessung. Auch der Puls gibt wichtige Hinweise auf die Kreislauffunktionen. Besonders wenn die Werte abwechseln in Ruheposition und zum Vergleich nach Belastung, gemessen werden. So kann der Arzt anhand der Messungen im Liegen und im Stehen schon wertvolle Eckdaten zum Kreislauf bekommen.

Zu den Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems gehören u.a. die Hypertonie (niedriger Blutdruck), die Hypotonie (hoher Blutdruck) sowie Durchblutungsstörungen. Veränderter Blutdruck kann immer auch ein Hinweis sein auf andere Krankheiten, wie beispielsweise Migräne, Arteriosklerose, Gefäßentzündung oder Thromboserisiken.