Hygiene im Umgang mit Patienten

Hygienische Arbeitsbedingungen in Kliniken, Krankenhäusern und Arztpraxen sollten eigentlich selbstverständlich sein. Allerdings zeichnen jährlich Tausende von Todesfällen, die durch multiresistente Keime verursacht werden, ein anderes Bild. Im Umgang mit Patienten und sämtlichen Materialien, wie auch mit räumlichen Einrichtungen, scheint es noch immer Lücken zu geben, die diesen Keimen ermöglichen, in die Wunden frisch Operierter oder Verletzter einzudringen und dort verheerenden Schaden anzurichten.

Aus welcher Quelle die Keime zum Patienten kommen, ist hinterher oft kaum nachvollziehbar. Deshalb kann es nur einen Weg geben, diese Fälle so gering wie möglich zu halten. Und dieser Weg heißt: noch mehr durchdachte Hygiene. Unterschätzt wird hier häufig die Möglichkeit der Übertragung von Keimen durch die Berufsbekleidung von pflegendem Personal. Denn Keime finden sich überall, und vielleicht noch am wenigsten in OP-Sälen, sondern vermehrt in Krankenhausfluren und – Büros, in Arztpraxen und Krankenzimmern.

Arzt und Pflegepersonal kommen mit Patienten direkt in Kontakt.

Je schwerer eine Erkrankung, desto öfter findet Körperkontakt statt. Und das mit wechselnden Patienten. Selbst wenn Kittel täglich gewechselt werden, sammeln sich im Material Keime und Partikel, die unter Umständen direkt auf Patienten mit noch offenen Wunden übertragen werden können. Deshalb muss auch Berufskleidungen wie Arztmäntel und Kittel von Pflegepersonal so keimfrei wie möglich sein. Dies gelingt nur durch häufigen Wechsel der Oberbekleidung für Berufsgruppen, die mit Kranken Menschen in Berührung kommen.

Häufiger Wechsel bedeutet aber auch häufige Reinigung von Berufskleidung wie Hosen, Kittel, Visitenmäntel für Mediziner und Pflegende. Nur strapazierfähiges Material für diese Berufsbekleidung wird auch chemische Prozesse zur Sterilisation und häufiges Bügeln so gut überstehen, dass sie auch nach langer Zeit noch ansprechend und gepflegt aussieht.

Lange Arbeitszeiten erfordern bequeme und pflegeleichte Berufsbekleidung

Mediziner und Pflegepersonal arbeiten oft über eine normale Arbeitszeit hinaus und unter großer Belastung. Deshalb sollte Berufsbekleidung wie Arztmantel, Arzthemd und Arzthose bequem, atmungsaktiv und vor allem schnell zu wechseln sein. Sorgfältige Verarbeitung von Nähten und Taschen, in denen sich Staub und Keime unbemerkt festsetzen könnten, sind hier noch wichtiger als irgendwo.

Grundsätzliche Hygienemaßnahmen sind und bleiben die Voraussetzung, um Patienten zu schonen und weniger Krankheitskeime zu verbreiten. In Krankenhäusern ist dies lediglich eine Frage der Organisation, wie sie Nachbarländer schon erfolgreich umgesetzt haben. Hygiene bis in den letzten Winkel ist das Motto. Dort wo immer frische Berufsbekleidung für Ärzte und Pfleger bereitliegt, ist die Umsetzung einfacher, als in kleinen Arztpraxen, in denen ständig Patienten ein- und ausgehen. Doch auch hier lässt sich mit Desinfektionsmitteln und separaten Warteräumen die unkontrollierte Verbreitung von Keimen eindämmen. Ausreichende Berufskleidung für Ärzte sollte aber auch dort griffbereit sein.