Starkes Schwitzen: Was tun gegen Hyperhidrose?

Die Schweißabsonderung, welche von der Haut durch sogenannte Schweißdrüsen bewirkt wird, nennt sich Schwitzen. Diese völlig normale und wichtige Reaktion des Körpers sorgt einerseits für den Temperaturausgleich des Körpers. Andererseits werden durch die Haut Körpergifte ausgeschieden.

Schweiß als natürlicher Wärmeregulator
Schweiß als wässriges Sekret soll die Haut abkühlen und überschüssige Wärme aus dem Körper transportieren. In Mitteleuropa, wo die Temperaturen vergleichsweise ausgeglichen sind, verliert ein Mensch täglich bis zu 200 ml Schweiß. Sobald körperliche Aktivitäten hinzukommen, erhöht sich die Schweißmenge dementsprechend. In heißeren Regionen der Erde sind Schweißabsonderungen bis 14 l pro Tag und darüber hinaus möglich.

Was ist Schweiß?

Für das Schwitzen sind in unserem Körper zwei verschiedene Drüsen zuständig: ekkrine und apokrine Schweißdrüsen. Die am ganzen Körper vorkommenden ekkrinen Schweißdrüsen produzieren klaren Schweiß. Die apokrinen Schweißdrüsen, die sich an den behaarten Körperregionen befinden, sondern ein milchiges Sekret aus Proteinen und Lipiden ab. Beide Sekrete sind in der Regel geruchlos. Erst die Zersetzung der Sekrete durch Bakterien sorgt für den unangenehmen Schweißgeruch.

Starkes Schwitzen – Hyperhidrose

Schweißproduktion, die über die Maßen erfolgt, nennt sich Hyperhidrose bzw. Hyperhidrosis. An diesem Phänomen sind beide Drüsenarten beteiligt. Starkes Schwitzen ist besonders an den Händen, an den Füßen und in den Achselhöhlen unangenehm. Um den Schweißgeruch zu vermeiden, müssen die Betroffenen sich oft mehrmals am Tage waschen und umkleiden.

Schweißabsonderung stoppen

Mittel, die sich kurzfristig gegen starkes Schwitzen bewährt haben, sind Drogerieprodukte mit Aluminiumchlorid. Dieses Salz verstopft die Poren, sodass der Schweiß nicht nach außen dringen kann. In vielen Fußdeos oder Lotions ist daher Aluminumchlorid enthalten. Gegen ein temporäres stärkeres Schwitzen (z.B. Im Sommer) sind diese Salze daher empfehlenswert, dennoch müssen zwei Dinge bedacht werden. Zum einen können durch die Verstopfung der Poren Körpergifte nicht aus der Haut ausgeschieden werden. Zum anderen wird die Schweißabsonderung durch die Haut nur so lange gestoppt, bis sich das Salz durch den Schweiß, der nach wie vor unter der Haut produziert wird, wieder auflöst.

Effektivere Methoden gegen Hyperhidrose bestehen eher darin, Schweißdrüsen durch Toxin zu inaktivieren oder durch Liposuktion (Fettabsaugung) ganz zu entfernen. Diese kleineren Operationen sollte jedoch nur ein Facharzt für chirurgische und plastische Chirurgie durchführen. Bei der Behandlung mit Toxin wird in die betroffenen Regionen wie Handinnenflächen oder Achselhöhlen ein spezielles Toxin gespritzt, das die Schweißdrüsen bis zu zehn Monate veröden lässt. Danach ist eine weitere Behandlung nötig. Bei der Liposuktion werden die unter der Haut liegenden Schweißdrüsen gelöst und mittels Fettabsaugung gänzlich entfernt.

Bild: Hyperhidrose © jörn buchheim – Fotolia.com